1. Werner Seelenbinder-Gedenkturnier

Am 02. November 2013 richtete der SV Berlin-Buch e.V. das 1. Werner Seelenbinder-Gedenkturnier aus. Werner Seelenbinder, der sechsfache deutsche Meister im Ringen, der vor den Augen der Nazis − bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin − den vierten Platz erreichte.

Seinen Widerstand gegen die NS-Herrschaft bezahlte er mit seinem Leben. Er wurde mehrere Jahre ins Gefängnis gesteckt und schließlich im Zuchthaus Brandenburg enthauptet. Vergangenen 24. Oktober jährte sich sein Todestag zum 69. Mal. Daran wollte der SV Buch mit einem Turnier erinnern.

Bei dem Turnier starteten 54 Ringer aus 13 Vereinen in den Altersklassen Schüler, Kadetten und Junioren. Die Ringer aus Berlin, Brandenburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen Anhalt maßen sich im griechisch-römischen Stil.

Jan Weidemann und Nico Schillings konnten dank der großartigen Unterstützung ihrer Familien verschmerzen, dass sie ohne Siege blieben.

Jan war trotz einer Trainingsverletzung zum Kampf angetreten, nachdem ihm der Arzt die Freigabe erteilte.

Er schlug sich in den ersten zwei Kämpfen wacker, konnte aber gegen seine Gegner wenig ausrichten, weil er an der Hand verletzt war. Schließlich brach er das Turnier ab, nachdem es ihm der Mediziner empfohlen hatte. Gesundheit geht schließlich vor!

Nico zeigte in den Trainings gute Fortschritte und bekam bei diesem Turnier die Gelegenheit seinen Leistungsstand zu überprüfen.

Die Gruppe der Junioren bis 50 kg war mit fünf Ringern gut besetzt. Die Aussicht auf vier Kämpfe von Nico freute besonders die beiden Trainer Michael Martinke und Henryk Halitzki. Nach einem Freilos in Runde 1 traf er in seinem ersten Kampf auf Abu Gedaev. Dem Bucher Ringer begegnete Nico bereits bei den Berliner Meisterschaften.

Nico wehrte die Attacken seines Gegners eine Zeit lang ab. Er scheiterte jedoch, weil Abu technisch überlegen war. Der hatte ihn mit einem Armzug in die Bodenlage überführt und nach drei Rollen endete der Kampf.

In den weiteren Kämpfen war der Ausgang zeitweise nicht so eindeutig. Nico konnte durch seine stabile Haltung im Stand die Angriffe seiner Gegner vereiteln und eigene Akzente setzen. Er nahm seinen Gegnern vom SV Berlin-Buch, dem SAV Torgelow und dem Demminer RV stets Punkte ab. Die Achillesverse war aber der Armzug. Mit dieser Technik wurde er mehrfach zu Boden gebracht. Zweimal endete die Bodenarbeit seiner Gegner mit einem Schultersieg.

Nico war bestimmt nicht zufrieden mit seinem 5. Platz − Eines aber ist klar: wenn er die gesammelten Erfahrungen im Training umsetzt und weiter an seinen Techniken arbeitet, kann er die Lücke zu seinen Gegnern schließen.

Die Veranstaltung wurde gut organisiert und die Bewirtung war ausgezeichnet.

Henryk Halitzki

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Autor: Manuel Fuentes