60 Jahre VfL Tegel Abteilung Ringen 1950-2010

Am 1. April 1950, wurde im VfL Tegel von Überlebenden aus dem 2. Weltkrieg .die Abteilung Schwerathletik – Ringen, Judo und Gewichtheben gegründet. Die Entstehung der Ringerabteilung des VfL Tegel ist eng mit dem Namen unseres Ehrenmitglieds und Ehrenvorsitzenden Walter Schwanke verbunden. Wie die Festschrift zum 75. Bestehen des VfL Tegel im Jahr 1966 berichtete, spielte das Ringen schon bei den Turnern eine große Rolle. Dementsprechend hatte der VfL Tegel bereits vor dem 2. Weltkrieg einen Schwerathletikwart, nämlich Walter Schwanke. Als bekannt emsiger Organisator hatte Walter Schwanke nach dem Krieg für den VfL Tegel eine Ringermatte gesichert und mit etwas Überzeugungsarbeit brachte er Otto Feilhauer und Erich Mühl dazu, eine Schwerathletik-Abteilung aufzubauen. Die Tegeler waren bei den Deutschen Meisterschaften mit drei Vizemeistern dabei und stellten immer wieder Ringer für die Deutsche Nationalmannschaft und die Berliner Landesauswahl ab.

Im Jahre 1965 übergab Gründungsmitglied Otto Feilhauer (verstorben 1985) die Abteilungsleitung an Werner Wasserkampf. Der junge Medizinstudent musste mehrere Leistungsträger an den Ringerverein Siegfried Nord West abgeben, da nur die Moabiter das finanzielle Risiko tragen konnten in die Bundesliga aufzusteigen. Bei den Tegeler Breitensportlern konnten nur noch Freundschafts- Turniere mit den befreundeten Spandauern verabredet werden. Der heutige Doktor der Medizin Werner Wasserkampf leitete die Abteilung viele Jahre und ist im Jubiläumsjahr seit über 50 Jahren Mitglied im VfL Tegel.

Trainer und Betreuer Fritz Hill übernahm offiziell 1975 die Regie und verhalf der Abteilung zu neuer Blüte. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften wurde ein Tegeler zweimal Jugend- Vizemeister sowie 20facher Norddeutscher Meister. Im Mai 1984 konnte Jungringer Dirk „Bimbo“ Schäning sogar Deutscher Jugend -Meister werden und wurde dafür zum Ehrenmitglied der Abteilung ernannt. Auf der Höhe der sportlichen Erfolge, verschlimmerte sich der Gesundheitszustand des Abteilungsleiters und am 16. Oktober 1984 verstarb der erst 51jährige Fritz Hill. noch im selben Jahr wurde H. Welge Abteilungsleiter.

Welge knüpfte an die Erfolgserie des Verstorbenen an, baute die Ringer Mannschaft weiter aus, die bis in die Regionalliga aufsteigen konnte und 1986 nur knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasste. VfL er kämpften in der Stadtauswahl Berlin (West), reisten mit der Mannschaft als Sportbotschafter in die USA sowie durch Süd- West- und Nordeuropa.

Zum Gedenken an Fritz Hill wurde 1985 ein Turnier in Tegel organisierte, das sich zu einem der größten Ringer Events in Berlin entwickelte.

1990 nach der Maueröffnung gingen beim 7. Tegeler Ringer Turnier 486 Ringer aus acht Nationen im Tegeler Sportpalast auf die Matten, eine bis heute nicht wieder erreichte Anzahl von Weltklasseringern, auch aus den DDR- Kaderschulen Frankfurt/oder und Luckenwalde.

Parallel zum Ringersport entwickelte sich in der Abteilung bei den Schwerathleten das aus den USA in Mode gekommene Bankdrücken. ( Powerlifting). Ebenfalls 1990 wurde bei der Deutschen Meisterschaft bei den Junioren Oliver Welge Deutscher Meister und 1992 konnte er auch bei den Männern als bisher erster und einziger Schwerathlet der Abteilung Deutscher Meister werden.
Nach 10 Jahren wurde bei der 44 Jahreshauptversammlung M. Fuentes als einer der jüngsten Funktionäre des VfL Tegel zum Abteilungsleiter gewählt. Er konnte in seiner „Regierungszeit „ neben einem dritten Platz bei der Deutschen Ringer Jugendmeisterschaft, drei Norddeutsche Jugend Meistertitel und jährlich mindestens einen Berliner Jugend- Einzelmeister zur Sportlerehrung melden.

Im Olympiajahr 2000 konnte Mani Fuentes eine Mannschaft aus Kalifornien /USA begrüßen. und nachdem man 2002 Ringer aus Usbekistan auf der Matte hatte, kann mit Stolz gesagt werden, die Welt zu Gast im Sportpalast.

Seit dem Jahre 2003 steht das Turnier auch unter einem Motto. So wurde zum 100jährigen Geburtstag, des Berliner Ringers Werner Seelenbinders (der wegen seines Kampfes gegen die Nazis, 1944 in Brandenburg hingerichtet wurde) „Gegen jede Form der Gewalt“ – intensiv, Flagge“ gezeigt.

Im Jahre 2004 spendeten die Turnierteilnehmer für Ringerschüler Adrian, der an Leukämie erkrankt war, über 600,– Euro. Für den in einem Mannschaftskampf verunglückten Ringer Martin Kittner. konnte 2008 in einer Autogrammaktion mit den in Berline geborenen und aufgewachsenen Ringern: Vizeweltmeister Ramzan Aydin (1986) und Junioren-Europameister Felix Menzel 500,– Euro gesammelt werden.

Der 24 Pfingst-Cup 2009 wurde von Gisela von der Aue zu Ehren des Helden von Tegel „Darius Ekbatani“ eröffnet. Für den ehemalige Ringerschüler des VfL Tegel der beim Versuch einen Streit am Tegeler See zu schlichten hinterrücks niedergestochen worden war, hatte die Berliner Justizsenatorin einen gesonderten Pokal ausgelobt und mahnend in ihrer Rede über Zivilcourage ohne Selbstüberschätzung gesprochen.
25 Jahre Ringer-Pfingst-Cup 2010

Bevor am 22. Mai 2010 um 10 Uhr für die 300 gemeldeten Ringerinnen und Ringern (darunter Teilnehmer aus England, Polen und Tschechien) die Matten frei gegeben werden, wollen sich die Tegeler Ringer bei den Spenderinnen und Spendern- die dazu beigetragen haben, dass eine zweite neue Matte gekauft werden konnte- bedanken.

An diesem Pfingst-Sonnabend wird im Sportpalast Tegel zum 25mal nach den Regeln des Deutschen Ringer Bundes in allen Alters- und Gewichtsklassen, im olympischen Freistil gerungen Die Kampfleitung übernimmt die Berliner Bundesliga Kampfrichterin Martina Gebel. Sie wird mit weiteren Kampfrichtern die Sieger ermitteln, die zum Ende der Kampfzeit die meisten Punkte gesammelt haben oder vorher die Kontrahenten auf beide Schulterblätter gebracht haben.

Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde. Die drei Erstplatzierten jeder Gewichts- und Altersklasse erhalten einen Pokal. Die sechs Erstplatzierten in der Gesamt Vereinswertung einen Pokal. Auch der Verein mit den meisten Teilnehmern sowie der weitest angereiste Verein erhalten einen Pokal.

Nach der Siegerehrung feiern die Tegeler Ringer mit den gut 500 Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland ihr 60jähriges Jubiläum.

H.W.