Wettkampfregeln

Regeln ab dem 01.01.2014

Offizielle Mitteilung des DRB über die Änderung der Ringkampfregeln zu den Einzelmeisterschaften. Die FILA hat folgende Regelauslegungen bekannt gegeben, die im DRB bei den Einzelmeisterschaften ab dem 01.01.2014 voll umfänglich angewandt werden.

1. Nationale Gewichtsklassen (Einzelturniere im Männer- und Frauenbereich):

Freistil 57 kg, 61 kg, 65 kg, 70 kg, 74 kg, 86 kg, 97 kg, 125 kg
Griechisch-römisch 59 kg, 66 kg, 71 kg, 75 kg, 80 kg, 85 kg, 98 kg, 130 kg
Frauen 48 kg, 53 kg, 55 kg, 58 kg, 60 kg, 63 kg, 69 kg, 75 kg

Hinweis: Die unterstrichenen Gewichtsklassen sind nicht olympische Kategorien.
Bemerkung: Die Gewichtsklassen für Junioren und Kadetten werden nicht geändert und bleiben wie derzeit erhalten.

2. Technische Überlegenheit (Artikel 24, 29)

Ein Kampf endet durch technische Überlegenheit nur bei einer Punktedifferenz
● 10 Punkte im Freistil
● 8 Punkte im griechisch-römischen Stil

Der Kampf durch technische Überlegenheit wird beendet, wenn die Aktion nach Erreichen der o.g. Punktedifferenz vollständig beendet ist oder die Ausgangslage erreicht wird. Während einer gefährlichen Lage darf der Kampf nicht unterbrochen werden, da der Schultersieg immer Vorrang hat. Ein Konter ist jederzeit möglich. Die bisherige Regelung zum Kampfende bei der technischen Überlegenheit mit 2 x 3’er und 5‘er Wertungen entfällt.

3. Bewertungen für Aktionen und Griffe (Artikel 40)

Die fünf-Sekunden-Regel für das Anzählen in der gefährlichen Lage mit dem Aussprechen eines Punktes entfällt. Der „Take-Down“ – Start einer Technik aus dem Standkampf in den Bodenkampf mit Beherrschung – wird immer mit zwei Punkten bewertet. Es wird dabei nicht mehr zwischen dem angreifenden und verteidigenden Ringer unterschieden. Ein Ringer, der bei der Griffausführung deutlich und offensichtlich über beide Schultern abrollt (ohne eine erforderliche Brücke dazu zu tun), verliert 1 Punkt an seinen Gegner (bislang 2 Punkte). Als letzte Wertung gilt dabei immer die Griffausführung!
Im Freistil können nur noch folgende Punkte für Aktionen und Griffe vergeben werden:
1, 2 und 4 Punkte
Die 3’er und 5’er Wertungen im freien Stil entfallen vollständig. Alle Würfe in die gefährliche Lage werden damit zukünftig mit vier Punkten bewertet.
Im griechisch-römischen Stil können nur noch folgende Punkte für Aktionen und Griffe vergeben werden:
1, 2, 4 und 5 Punkte
Die 3’er Wertung im gr. röm. Stil entfällt damit vollständig. Alle Aktionen die bislang mit drei Punkten eingestuft wurden, werden jetzt mit vier Punkten bewertet.

Beispiel gr. röm. Stil:
Würfe oder Aktionen aus dem Stand in die direkte gefährliche Lage 4 Punkte Wurf mit großer Amplitude aus dem Stand oder Boden in die Bauchlage 4 Punkte Aktionen oder Würfe mit großer Amplitude in die gefährliche Lage werden im gr. röm. Stil weiterhin mit 5 Punkten bewertet.

4. Startposition bei Einnahme der Bodenlage im Freistil oder gr. röm. Stil (Art. 46)

Der Ringer in der Oberlage platziert sich hinter seinem Gegner und legt die Hände parallel auf die Schultern seines Gegners. Er kann dabei aufrecht stehen, mit einem oder zwei Knie die Matte berühren. Der verkehrte Ausheber bei der Startposition entfällt damit. Jede Sanktion für einen falschen Start bei der Einnahme der Bodenlage unabhängig davon, ob Ober- oder Untermann wird nach einer Ermahnung immer mit 1 Punkt und einer Verwarnung bestraft.

5. Unterbrechung und Fortsetzung im Bodenkampf (Artikel 30)

Der Bodenkampf wird bei folgenden Situationen erneut in der Mattenmitte angeordnet:
● Mattenflucht des Untermanns in der Bodenlage
● Foul oder Regelwidrigkeit des Untermanns
● Verletzung des Untermanns

6. Vorgehensweise bei der Passivität im gr. röm. Stil (Artikel 48)

Für den gr. röm. Stil gilt folgende Regelung:
Jedes Mal, wenn ein Ringer blockiert, Finger fasst, seinen Gegner abwehrt und/oder allgemein inaktiv ist, erfolgt eine verbale Stimulation.
Beim 1. Verstoß der Passivität erfolgt eine verbale Ermahnung. Der Kampf wird nicht unterbrochen.
Beim 2. Verstoß eines Ringers mit wiederholter Passivität wird der Kampf unterbrochen und eine Verwarnung (0) ohne Punkt für den Gegner ausgesprochen. Der Aktivere kann jetzt zwischen Stand- oder Bodenposition wählen (Hände auflegen). Bei der Einnahme der Bodenlage gibt es keine zeitliche Begrenzung. Der Kampfrichter entscheidet nach Aktivität des Obermanns.
Beim 3. Verstoß der wiederholten Passivität wird der Kampf unterbrochen und der passive Ringer erhält eine Verwarnung und sein Gegner 1 Punkt. Auch hier kann der Aktivere über die Wahl Stand- oder Bodenkampf entscheiden.
Beim 4. Verstoß der Passivität eines Ringers wird der Kampf beendet. Dabei wird eine weitere Verwarnung und 1 Punkt für den Gegner ausgesprochen. Der aktive Ringer gewinnt mit 5:0 (wird analog als Schultersieg „Passivitätsdisqualifikation“ gewertet). Nach den Regelausführungen wird davon ausgegangen, dass im gr. röm. Stil der Kampfrichter bereits innerhalb der ersten Kampfminute bei einem Kampfstand von 0:0 einen Ringer als Inaktiv (Passiv) benennt.
Hinweis:
Die Bestrafung der Passivität (Inaktivität) im freien Stil bleibt mit Aktivitätszeit weiterhin vollumfänglich bestehen.

7. Siegkriterien bei Punktgleichheit (Artikel 31)

Bei Punktgleichheit wird der Sieger aus folgender Reihenfolge ermittelt:
1. Anzahl der höchsten Wertungen
2. Anzahl der wenigsten Verwarnungen
3. letzte Wertung

Endet im gr. röm. Stil ein Kampf 0:0 gelten folgende Kriterien:
1. Anzahl der wenigsten Verwarnungen (0)
2. bei Gleichheit der zuletzt verwarnte Ringer verliert

Dortmund, 28.12.2013
gez. Manfred Werner gez. Günter Maienschein gez. Antonio Silvestri
Präsident Vizepräsident Sport Kampfrichterreferent