Projektbeschreibung

Das Projekt hat seinen Ursprung in einer Zusammenarbeit mit der Toulouse-Lautrec-Schule, die in Form des gebundenen Ganztagsbetriebes organisiert ist, und bei der es sich um ein Sonderpädagogisches Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt “Körperliche und motorische Entwicklung” handelt.

Im Rahmen des gebundenen Ganztagsbetriebes werden verschiedene Arbeitsgemeinschaften angeboten. Neben den „klassischen“ Sportangeboten, wie z.B. Rollibasketball werden durch den VfL-Tegel zwei Ringer-AGs angeboten. Sicherlich auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Angebot für ein Förderzentrum, das körperbehinderte Schüler beschult: Erziehungsberechtigte eines autistischen Schülers der Toulouse-Lautrec-Schule wurden auf das Vereinsangebot aufmerksam und baten um die Unterstützung des VfL-Tegels im Rahmen des schulischen Ganztagsangebotes. Häufig ist es für Eltern und Erziehungsberechtigte schwierig, nach dem Besuch der Ganztagsschule Freizeitangebote für ihre Kinder zu organisieren. Neben den zeitlichen und finanziellen Problemen kommen häufig Schwierigkeiten der Mobilität hinzu. Die Nachfrage nach einer Ringer-AG ließ sich schnell und unkompliziert durch einen jungen Übungsleiter unseres Vereins realisieren. Aus anfänglich einer Ringer-AG erwuchs schnell die Nachfrage nach einer zweiten AG.

Inzwischen existieren dank der aktiven Unterstützung des Reinickendorfer Schulamts neben diesen beiden Arbeitsgemeinschaften in weiteren sechs Grundschulen ehrenamtlich betreute Arbeitsgemeinschaften.

Zielsetzung und Schwerpunkte der angebotenen Arbeitsgemeinschaften orientieren sich nicht am Gedanken des Leistungssportes sondern stellen „Fairplay“, Kooperationsbereitschaft, Übung der Koordination, Akzeptanz von Regeln und vor allem das Erkennen und Akzeptieren der eigenen Kraft und Leistungsfähigkeit in den Mittelpunkt. Ein Schüler aus der Schulanfangsphase nahm sogar an unseren Ringerturnieren teil , er konnte das Turniergeschehen miterleben und einen Kampf außerhalb der Wertung bestehen.

Wichtig für uns als Verein ist neben der Repräsentanz der Sportart – in diesem Falle vielleicht an einem ungewöhnlichen Ort – die Erweiterung des sportlichen Angebotes für Zielgruppen, die vermutlich sonst nicht erreicht werden könnten. Neben dem Leistungssport wird Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Handicaps unkompliziert Einblick in eine Sportart gewährt. Wie wir denken ein innovativer Ansatz, wie wir als Verein nachhaltig in Schulen ein sportlich qualifiziertes Angebot, ausgehend von konkreten Anfragen der Eltern, bieten können.

Auf dieser Grundlage entwickelte die Ringerabteilung das aktuelle Projekt “Ringen und Raufen nach Regeln”, das mit dem Beginn des Schuljahres 2014/2015 gestartet ist. Dieses Projekt wird zunächst an vier Reinickendorfer Schulen angeboten und hat folgende Idee als Grundlage: Ringen und Raufen als Schulprogramm dient als Unterstützung, um zum Beispiel Gruppenkonflikte aufzulösen. Darüber hinaus ist das Ringen und Raufen eine gute Grundlage zum Erwerb von konditionellen und koordinativen Fähigkeiten. Durch den recht engen Kontakt zu seinen Mitschülern, den klaren Regeln und der angebotenen Bewegungsfreiheit erfahren die Kinder eine ganzheitliche Entwicklungsförderung. Sowohl physisch als auch psychisch. Die Sportart Ringen verfügt über einen integrativen Charakter. Jeder wird eingebunden. Ganz egal welche Herkunft das Kind hat, welche Hautfarbe oder wie es aussieht.

Im Rahmen des Projekts werden wir pro Schule und Klassenstufe sechs Monate lang den Sportunterricht mit unseren Übungsleitern durchführen/begleiten. Nach diesen sechs Monaten gibt es ein Schulvergleichsturnier, damit sich die Schüler dieser Schulen mit ihren neugelernten sportliche Fertigkeiten schulübergreifend messen können. Danach beginnen wir mit einer neuen Klassenstufe von vorn. Wir hoffen spätestens nach jedem Turnier auf neue Mitglieder. Der zeitliche Aufwand beträgt insgesamt rund 16 Stunden pro Woche und wird ausschließlich von ehrenamtlich Tätigen erbracht.

Dieses neue Projekt findet eine breite Unterstützung durch das Bezirksamt Reinickendorf; Stadträtin Frau Schulze-Berndt hat die Schirmherrschaft übernommen und setzt auf die Langlebigkeit dieses beispiellosen Projekts. Schulrat Schieweck schwärmt und befürwortet das Projekt ebenso wie der Berliner Ringer Verband und der Landestrainer.

In Reinickendorf existieren 32 Grundschulen, und wir hoffen für die Zukunft, das Projekt noch ausdehnen zu können.